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All we have is NOW: Warum es wichtig ist, im Jetzt zu leben

Buddha auf Felsentempel

Nie werde ich den Tag meiner allerersten Yogastunde vergessen. Ich war damals gerade in meine erste, eigene Wohnung umgezogen. Ein befreiendes, aber auch komisches Gefühl, nachdem ich jahrelang in WGs gewohnt hatte. Zwei Wochen verbrachte ich Tag und Nacht damit, Kartons auszupacken, Wände zu streichen, Möbel aufzubauen, Löcher zu bohren und meine anderthalb Zimmer einzurichten. Nach kurzer Zeit bekam ich so einen fiesen Druckkopfschmerz, der nicht wegging. Aber ich arbeitete weiter wie besessen an dem Projekt „eigene vier Wände“. Ich wollte endlich fertig werden und aus dieser fremden Wohnung ein vertrautes Zuhause machen.

Die Kopfschmerzen wurden schlimmer statt besser und ich wusste, ich sollte mal einen Gang runterfahren. Da fiel mir ein, dass ich schon immer einmal Yoga ausprobieren wollte. In demselben Jahr war ich von einer zweimonatigen Reise durch Südostasien zurückgekehrt und fühlte mich ohnehin magisch angezogen von dieser spirituellen Körperkunde. Außerdem hatte ich mir kurz nach der Reise einen Bandscheibenvorfall zugezogen und musste seither lästige Rücken- und Bauchstärkungsübungen machen, und wer mich kennt weiß, dass ich alles andere als ein Sportfanatiker bin… Eine Yogaschule in meiner Nähe war schnell gefunden, und was soll ich sagen? Nach 90 Minuten Hatha Yoga waren meine Kopfschmerzen, die mich seit zwei Wochen verfolgten, wie weggeblasen. Ich fühlte mich klar, entspannt und befreit wie schon lange nicht. Das war der Beginn meiner Yogareise.

Wenn du es eilig hast, gehe langsam.

Von außen betrachtet scheint Yoga rein körperlicher Natur zu sein – komplizierte Verrenkungen oder wahlweise einfach nur Herumliegen. Was der Außenstehende aber nicht sehen kann ist das, was im Inneren vorgeht. Der Atem spielt beim Yoga eine zentrale Rolle. Ohne die Vereinigung von Atem und Bewegung dürfte man das Geturne auf der Matte eigentlich nicht als Yoga bezeichnen. Denn erst durch die Kontrolle über unseren Atem erlangen wir eine Kontrolle über den Geist. So gelingt es uns, mit der gezielten Verbindung von Atem und Bewegung, unseren Geist zu beruhigen, zu energetisieren oder angestaute Blockaden zu lösen.

Der Fokus auf den Atem hilft uns aber auch, uns zurück ins Hier und Jetzt zu bringen. Oft sind wir so sehr damit beschäftigt, irgendwo hinzuhetzen, noch dies und das zu erledigen und es allen und jedem recht machen zu wollen, dass wir das Wesentliche vergessen: Wir sind JETZT. Wir leben nicht in der Zukunft oder der Vergangenheit, sondern existieren genau in diesem Moment und genau hier. Wenn uns das bewusst wird, dann sind wir schon mal ein ganzes Stück weiter auf dem Weg zu – ja, zu was eigentlich? Zur Erleuchtung? Zur Befreiung vom Leid? Zu sich selbst? Das muss jeder selbst entscheiden. Ich bin mir zumindest sicher, dass der Weg zu einem besseren Leben führt.

Wenn du dich also das nächste Mal gestresst fühlst, einfach mal tief durchatmen. Glaub mir, das hilft.

 

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  1. Das klingt wirklich toll! Ich hasse Sport auch, habe Rückenprobleme und kann mich gut mit buddhistischen Lehren identifizieren – trotzdem habe ich Yoga noch nie ausprobiert… Ich glaube das wäre schon was für mich, ich scheue mich nur davor, mich regelmäßig aufraffen zu müssen um jede Woche zu einem fixen Termin hinzugehen 😉

    Liebe Grüße
    Ela

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    • Hallo Ela, stimmt. Mit festen Zeiten hab ich auch ein Problem. In meinem Yogastudio gibt es zum Glück täglich mehrere Yogakurse mit unterschiedlichen Lehrern und Schwierigkeitsstufen, da kann man hingehen ganz so wie es einem gerade passt. Und das Tolle an Yoga ist ja auch, dass man es im Grunde überall üben kann. Und wenn du erst einmal merkst, wie gut es dir tut, dann gibt es auch keinen Schweinehund mehr, den man überwinden muss 🙂 Probier’s auf jeden Fall mal aus, mein Rücken ist super glücklich damit. Liebe Grüße nach München!

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