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Deutsches Naturwunder: Das Elbsandsteingebirge und die Basteibrücke

Basteibrücke im Elbsandsteingebirge

Vor Jahren habe ich einmal zufällig eine WDR-Doku gesehen. Dort wurde über markante Felsformationen berichtet, die in ihrer Form an die schwebenden Halleluja-Berge aus dem Film Avatar, beziehungsweise deren reales Vorbild Huang Shan in China erinnern. Zwischen den hoch aufragenden Felsen spannte sich eine Brücke aus Stein, die genauso gut eine Kulisse in einem Herr der Ringe-Film hätte sein können. Seither wollte ich unbedingt diese Brücke sehen. In der Doku ging es natürlich um nichts geringeres als das Elbsandsteingebirge und die Bastei. 

Das Elbsandsteingebirge und die Bastei

Das Elbsandsteingebirge ist ein Mittelgebirge, das sich zu beiden Seiten der Elbe in Sachsen und Nordböhmen erstreckt. Der deutsche Teil wird auch als sächsische Schweiz bezeichnet, korrekter ist aber die Bezeichnung sächsisch-böhmische Schweiz. Wie der Name schon sagt, besteht das Elbsandsteingebirge vornehmlich aus Sandstein; einem Gestein, das unter anderem für den Bau der Dresdner Frauenkirche verwendet wurde.

Die Bastei ist ein Aussichtsfelsen, der eine tolle Aussicht auf die knapp 200 m darunterliegende Elbe sowie die Landschaft bietet. Die steinerne Brücke verbindet diesen Felsen mit den beiden Felsen „Steinschleuder“ und „Neurathener Felsentor“. Die Bastei ist die älteste und berühmteste Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz und dementsprechend gut besucht. Man erreicht sie über verschiedene Wandertouren; allen voran den berühmten Malerweg, der als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands ausgezeichnet wurde. Man kann den Aussichtspunkt aber auch ganz unspektakulär mit dem Auto erreichen, so wie wir an diesem Tag.

Wie voll es an der Bastei werden kann, darauf weisen der großzügige Bus- und PKW-Parkplatz (bis zu 3 Stunden parken: 3 Euro) sowie der 3 km außerhalb gelegene sogenannte Auffangparkplatz hin. Auch an diesem nebligen, nass-kalten Tag ist der Parkplatz überraschend voll. Vom Parkplatz sind es noch einmal circa 800 m zu Fuß bis zu einem Restaurant mit Aussichtsplattform, das auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurückblickt. Kurz vor dem Restaurant biegen wir links auf eine kleine Aussichtsplattform ab, von der aus wir einen ersten Eindruck von dem erhaschen, was im Grunde das Elbsandsteingebirge ausmacht.

Elbsandsteingebirge

Mystische Felsen und magische Aussicht

Als wir uns schließlich vom Anblick der Steintürme losreißen können, folgen wir der Straße weiter, gehen am Restaurant vorbei und eine Treppe hinunter, an deren Fuß der Weg nach rechts zur Bastei führt. Wir biegen allerdings erst einmal nach links ab, um vom Ferdinandstein aus die berühmte Aussicht auf die Basteibrücke zu erleben. Der Felsen ist der perfekte Aussichtspunkt, um die Steinbrücke in seiner vollen Schönheit zu bewundern. Und zusätzlich hat man von hier aus den perfekten Rundumblick auf die merkwürdig anmutenden Felsformationen, die aus dem Nebel emporragen wie riesenhafte, verwunschene Pilze.

Auf dem Felsen bleiben wir erst einmal für eine Weile stumm; jeder in der Betrachtung der Natur und in seiner eigenen Welt versunken. Außer uns und der Aussicht ist dort noch ein Mann, der schon vor uns da war und ebenso still das Panorama auf sich wirken lässt. Und auch auf die Gefahr hin, dass das kitschig klingt: In unserer von Medien und Bildschirmen abgestumpften Welt tut es unglaublich gut, mal wieder echte, ungefilterte Natur zu erleben und etwas zu empfinden, was nur die Natur einem vermitteln kann: Demut. Das Elbsandsteingebirge mit seinen merkwürdig geformten Felsen und der mystischen Steinbrücke ist auf jeden Fall eines dieser Dinge, die einen stumm werden lassen. Vielleicht nicht so eindrücklich wie ein tosender Wasserfall oder der Mount Everest, sondern eher still und leise. Eher ein Ort, um in sich zu kehren und die Natur ringsum aufzusaugen. Der perfekte Ort, um zu Meditieren.

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Über sieben Bögen musst du gehen: Die Basteibrücke

Schließlich kehren wir dem Ferndinandstein den Rücken und betreten die Basteibrücke. Dies hat zwar den großen Nachteil, dass wir sie nun nicht mehr von außen bewundern können. Dafür haben wir aber jetzt die Gelegenheit, die 76,5 Meter lange Brücke aus nächster Nähe zu begutachten. Die Brücke überspannt mit ihren sieben steinernen Bögen die Mardertelle, eine 40 Meter tiefe Schlucht, deren Grund in dem Nebel nur ab und zu aufblitzt. Am einen Ende der Brücke befindet sich die Bastei, doch sie ist am Tag unseres Besuchs wegen Verwitterungsstellen im Sandstein gesperrt. Am anderen Ende hat man die Möglichkeit, gegen eine geringe Eintrittsgebühr die Felsenburg Neurathen zu besichtigen; eine Burg aus Naturstein. Das Felsentor am Ende der Brücke stellte einst den Eingang zur Felsenburg dar.

Auf der Basteibrücke ist es um einiges voller als auf dem Ferdinandstein. Gemeinsam mit den anderen Besuchen schießen wir noch das ein oder andere Foto und kehren schließlich zum Auto zurück, um den langen Heimweg nach Köln anzutreten. Der feine Nieselregen hält nach wie vor an, doch ich bin selig und glücklich darüber, dass ich es endlich zur Bastei geschafft habe. Und wiederkehren werde ich mit Sicherheit. Dieses Mal aber am liebsten zu Fuß über den Malerweg.

Basteibrücke im Elbsandsteingebirge

Aussicht von der Basteibrücke

Basteibrücke im Elbsandsteingebirge

  • Ins Elbsandsteingebirge gelangt ihr von Dresden aus entweder mit dem Auto über Lohmen (ca. 45 Minuten) oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln (vom Hauptbahnhof mit der S1 zum Kurort Rathen/ Fähre nach Niederrathen/ Fußweg zur Bastei, ca. 75 Minuten).
  • Der schönste Weg zur Basteibrücke führt übrigens nicht über die Straße, sondern über den wunderschönen Malerweg. Dieser zählt zu den schönsten Wanderwegen in ganz Deutschland. In der Sächsischen Schweiz gibt es aber noch viele andere schöne Routen, für die es sich lohnt, vorbeizuschauen.

Wart ihr schonmal im Elbsandsteingebirge? Und wie fandet ihr es?

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