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Winterausflug: Schneewandern im Hohen Venn

Hohes Venn Nationalpark Eifel

Das Hohe Venn im Nationalpark Eifel ist das größte Hochmoor Europas. Jetzt im Winter ist es vor allem ein schönes Ziel, um innerhalb kürzester Zeit von der Großstadt Köln ins Winterwunderland Eifel zu flüchten. Wir waren vor Kurzem dort und sind durch eine winterlich verschneite Moorlandschaft spaziert. 

Hohes Venn: Das größte Hochmoor Europas

Das Hohe Venn, auf französisch Haute Fagnes, ist eine Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien. Der Großteil der rund 600 km² großen Fläche besteht aus Hochmoor, woraus sich auch der Name ableitet: Veen ist niederländisch und bedeutet Moor. Das Hohe Venn gehört zum Nationalpark Eifel und ist umgeben von ausladenden Wiesen- und Heidelandschaften. Auf den ausgewiesenen Wanderwegen und hölzernen Stegen kann das Moorgebiet erkundet werden.

Mich hat das Hohe Venn schon immer in seinen Bann gezogen. Und das nicht nur wegen seiner typischen Heidelandschaft, die vor allem im Herbst durch seine leuchtenden Farben besticht. Auch der Mythos Moor hat mich schon als Kind fasziniert. Denn wer kennt nicht die ein oder andere Gruselgeschichte, die im nebligen, kalten Moor spielt? Auch um das Hohe Venn ranken sich schaurige Spukgeschichten: Wo heute Holzstege die sichere Überquerung des Moors garantieren, hat sich früher so mancher Wanderer im Nebel verirrt und mit seinem Leben bezahlt.

Vor einigen Wochen haben wir spontan beschlossen, dem Hohen Venn endlich einmal einen Besuch abzustatten. In meiner Vorstellung würde ich den Blick über die Moorlandschaft schweifen lassen und hier und da Fotos von den hübschen Holzstegen schießen. Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass das Hohe Venn in der Tat recht hoch liegt und zu dieser Jahreszeit von seinem Moor nicht viel preisgibt. Denn als wir im Hohen Venn ankamen, erwarteten uns Schnee und Eis, soweit das Auge reicht. Die gesamte Moorlandschaft lag unter einer Schneedecke versteckt, und einzig die Holzstege sowie die umliegenden Bäume und Büsche waren zu sehen.

Das Hohe Venn im Winter

Wanderung durch Schnee und Eis

Im Vorfeld hatte ich im Internet einen guten Startpunkt für unsere kleine Wanderung herausgesucht. Los ging es am Parkplatz Nahtsief nahe der belgischen Grenze. Hier kamen uns trotz der Kälte schon einige andere Besucher des Hochmoors entgegen; allesamt warm und teilweise sogar in Skikleidung verpackt. Ich war auf dieses Temperaturen nicht ganz so gut vorbereitet und heilfroh, wenigstens meine guten Wanderschuhe dabeizuhaben. Ein wenig fröstelnd stapften wir vom Parkplatz aus los Richtung Moor, immer darauf bedacht, auf dem vereisten Weg nicht auszurutschen. Nach ein paar hundert Metern erwartete uns schon der erste Holzsteg, der uns mitten hinein ins Moor führte.

Vom Moor war weit und breit nichts zu sehen. Nur hier und da blitzte eine kleine Pfütze durch ein Loch in der Schneedecke auf. Ich rechnete jeden Moment damit, eine knöcherne Hand daraus aufragen zu sehen. Aber außer dem Knistern und Knacken des Schnees, der ab und an von den Bäumen krachte, gab es nichts Ungewöhnliches zu verzeichnen. Die größte Schwierigkeit bestand darin, auf den zum Teil vereisten Stegen nicht wegzurutschen. Und so konzentrierten wir uns beide auf den Weg und trotteten stumm durch die vom Schnee in Stille getauchte Landschaft.

Das Hohe Venn im Schnee

Unser Weg führte uns in Schlangenlinien durch die schneeweiße Szenerie, die nur vom Rostrot der vertrockneten Büsche und Sträucher unterbrochen wurde. Ich genoss es, nach langer Zeit mal wieder das Knirschen des Schnees unter meinen Füßen zu spüren. An jeder Kreuzung überprüften wir grob die Richtung, und versuchten kontinuierlich auf den Parkplatz Grenzgang zuzuhalten, der nur einige hundert Meter entfernt von unserem Parkplatz liegt. Eigentlich sind die Kreuzungen gut ausgeschildert, aber die Landschaft an diesem Tag im Schnee war so eintönig, dass ein unachtsamer Wanderer sich durchaus hätte verlaufen können. Nach etwa anderthalb Stunden (mit ausführlichen Fotopausen) erreichten wir schließlich den besagten Parkplatz. Von dort kehrten wir die letzten paar hundert Meter zurück zu unserem Parkplatz – froh, am warmen Auto zu sein und in Vorfreude auf etwas Warmes zu essen.

Winter im Hohen Venn

Hohes Venn Eis auf Baumstumpf

Schilder an einer Kreuzung im Hohen Venn im Winter

So erreicht ihr das Hohe Venn

Von Köln aus erreicht ihr das Hohe Venn und den Nationalpark Eifel in etwa anderthalb Stunden über die A4. Ein guter Ausgangspunkt für Spaziergänge ist der Parkplatz Nahtsief  knapp hinter der belgischen Grenze. Der Parkplatz liegt von Mützenich kommend etwa 850 m hinter der Grenze, an der Monschauer Straße auf der rechten Seite. Die GPS-Daten, mit denen ihr zum Parkplatz navigieren könnt lauten 50.567838, 6.180428.

Vom Parkplatz aus stehen euch verschiedene Routen durch das Hochmoor zur Auswahl. Wir sind einfach drauflos gestiefelt und haben versucht, die Richtung zum nächsten Parkplatz (Grenzgang) einzuhalten. Dort sind wir nach etwa anderthalb Stunden wieder raus gekommen. Vom Parkplatz Grenzgang bis zum Nahtsief sind es noch einmal einige hundert Meter. Die Kreuzungen sind meistens gut ausgeschildert, und im Grunde kann man sich nicht verlaufen. Allerdings wird es immer leerer, je später es ist. Vor Einbruch der Dunkelheit solltet ihr am besten wieder am Auto sein.

Hohes Venn Eistropfen an Ästen

 Gut zu wissen:

  • Der meiste Schnee  im Hohen Venn fällt übrigens im Januar bis März. In dieser Zeit ist auch die lokale Hauptsaison für den Wintersport. Wenn ihr also auch Lust auf eine Schneewanderung habt, solltet ihr jetzt aufbrechen. Um das Hohe Venn in seiner vollen Pracht zu erleben, müsst ihr bis zum Herbst warten, wenn die Heide blüht und die Bäume sich bunt färben.
  • Wenn ihr nach eurer Tour hungrig seid, ist die Baraque Michel wohl die richtige Adresse. Etwas näher an Mützenich ist vermutlich der Venngasthof zur Buche in Monschau.
  • Mehr Infos über das Hohe Venn findet ihr unter www.naturpark-hohesvenn-eifel.de

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