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Der Burger der Zukunft? Fleisch aus der Petrischale.

Fleisch aus der Petrischale: Sieht so unsere Zukunft aus? (Foto: cb / pixelio.de)

Rund 42,5 kg Fleisch verbraucht der Mensch im Durchschnitt pro Jahr. In Deutschland liegt der Verbrauch sogar bei 60 Kilogramm pro Kopf. Das ist eine ganze Menge. Um das stetig wachsende Verlangen nach Fleisch zu befriedigen, starben allein in unseren Gefilden im Jahr 2012 knapp 700 Millionen – die Zahl muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen – Tiere im Schlachthof. Natürlich unter zumeist erbärmlichen Bedingungen in der Massentierhaltung. Der massive  Fleischhunger hat jedoch nicht nur fatale Folgen für die Tiere selbst, sondern schlägt sich auch negativ auf die Umwelt nieder… 

So benötigen Hühner, Schweine und Rinder enorme Mengen an Trinkwasser und Futter: Etwa ein Viertel der weltweit produzierten Nahrungspflanzen landen nicht auf unseren Tellern, sondern in den Futtertrögen der Mastbetriebe. Würden alle Menschen auf Fleisch verzichten, könnten etwa vier Milliarden Menschen mehr durch die globale Ernte satt werden. Außerdem ist unser übertriebener Fleischkonsum für etwa 60 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Fleisch aus der Petrischale – Die Lösung?

Forscher arbeiten schon länger an einer Lösung: Sie versuchen, Fleisch in der Petrischale herzustellen. Doch sieht so unsere Zukunft aus? Burger aus dem Labor, Steaks aus dem Reagenzglas? Aus ethischer Sicht hat das Fleisch aus der Petrischale seine Vorteile, denn für seine Produktion müssen keine Tiere geschlachtet werden. Doch es gibt auch durchaus berechtigte Zweifel, inwieweit die künstliche Bulette der Nachhaltigkeit zunutze kommt: Zum einen scheint der Geschmack bislang alles andere als sensationell zu sein, was vor allem die überzeugten Fleischesser wohl kaum überzeugen wird. Wer wird schon auf sein saftiges Stück Fleisch verzichten und es gegen ein fades und seelenloses Stück Frankenstein-Fleisch eintauschen?
Und auch das Aussehen ist noch ausbaufähig: Damit das synthetische Fleisch rein farblich überhaupt an einen hausgemachten Burger herankommt, muss es mit Rote-Beete-Saft und Safran eingefärbt werden.
Was aber die meisten letztendlich vom Verzehr abhalten wird, ist der Preis: Der Burger, der am Montag in London vorgestellt wurde, kostet schlappe 250 000 Euro.

In-Vitro-Fleisch – Noch ein langer Weg

Die Wissenschaft gesteht ein, dass das Thema „Fleisch aus der Petrischale“ noch lange nicht ausgereift ist. Bisher ist es noch nicht gelungen, größere Mengen Fleisch im Labor zu produzieren. Die kleinen Streifen Muskelgewebe, die aus Rinderstammzellen gezüchtet werden sind unglaublich aufwändig und teuer in der Produktion und reichen gerade einmal für die Herstellung einer Bulette. Von einem saftigen Steak sind die Laboranten aber noch meilenweit entfernt. Bis das Fleisch aus der Petrischale massentauglich wird, dürften wohl noch 10 bis 20 Jahre vergehen.

Da verzichte ich doch lieber ganz auf Fleisch und halte mich an die inzwischen doch beachtliche Auswahl an Soja- und Fleischersatzprodukten. Hier muss sich mir weder der Magen umdrehen, noch muss ich mir über einen faden Geschmack, komisches Aussehen oder die fragwürdige Produktion Gedanken machen.

[Quellen: www.spiegel.dewww.forschung-und-wissen.de ]

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    • Interessanter Artikel! Wie gut dass wir uns als Vegetarier nicht mit dem Problem beschäftigen müssen: Koscher, halal oder haram: Ganz egal, Fleisch bleibt Fleisch, selbst wenn’s gezüchtet ist. Wie das schmeckt, würde mich aber trotzdem mal interessieren…

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