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Resteverwertung von Lebensmitteln

Die Resteverwertung von Lebensmitteln ist ein Thema, das mich schon länger beschäftigt und Paulis Blogparade brachte mich dazu, mich damit noch einmal näher damit auseinanderzusetzen.

Auf das Thema „Resteverwertung von Lebensmitteln“ wurde ich aufmerksam, als ich die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ins Leben gerufene Kampagne „Zu gut für die Tonne“ entdeckt habe. Laut dieser werfen wir Deutschen im Jahr rund 82 kg Lebensmittel weg. Das sind Nahrungsmittel im Wert von rund 235 Euro. Dabei landen vor allem Lebensmittel in der Tonne, die in unseren Augen nicht mehr appetitlich genug aussehen wie welker Salat oder Bananen mit braunen Stellen. Danach folgen ältere Backwaren und Speisereste. Am allerschlimmsten ist die Lebensmittelverschwendung allerdings bei Milchprodukten wie Milch, Käse oder Joghurt: Diese fliegen viel zu oft ungeöffnet und im hohem Bogen in den Müll, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Doch Achtung! Was viele immer noch nicht wissen ist:  „Abgelaufen“ bedeutet in den allerseltensten Fällen „nicht mehr genießbar“…

Warum landen so viele Lebensmittel im Müll?

In unserer Gesellschaft dreht sich alles um Konsum. Wir streben nach mehr Besitz, mehr Macht, mehr Geld, einfach nach allem. Auch Lebensmittel müssen für uns immer und überall verfügbar sein. Über die Tatsache, dass manche Früchte oder Gemüsesorten (im Winter) gar nicht in unseren Gefilden wachsen sind sich viele gar nicht bewusst. Oder es interessiert sie nicht. Auf diese Weise verlieren wir den Bezug zu unseren Nahrungsmitteln. Welche Rolle spielen denn Lebensmittel überhaupt, die immer überall und verfügbar sind?

Früher ging man zur Arbeit aufs Feld, um abends etwas zu Essen auf dem Tisch zu haben. Heute sitzen wir in unseren Büros am Computer, die Supermarktregale quellen über und wir müssen nur zugreifen (oder die Einkäufe gar online bestellen). Wenn man Nahrung so einfach beschaffen kann, fällt es einem auch nicht schwer sich wieder von ihr zu trennen. Ein weiteres Problem sind Impulskäufe, die uns im schlimmsten Fall auf unserem Heimweg nach einem langen Arbeitstag ereilen: Hier kauft man viel zu schnell Dinge ein, die zwar lecker aussehen – die wir aber eigentlich gar nicht brauchen. Dann gibt es noch die Menschen, die „hamstern“. Das sind Menschen, die stets glauben, eine schlimme Katastrophe könne sie ereilen, weswegen sie für ihr Leben gern Lebensmittelvorräte anhäufen. (Dieses Phänomen betrifft vor allem die Nachkriegsgeneration..) Noch ein Punkt ist die richtige Lagerung der Lebensmittel im Kühlschrank: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Milchprodukte wollen richtig gelagert werden. Die DAK hat eine ganz schöne Grafik veröffentlicht, die zeigt wie man seine Lebensmittel im Kühlschrank richtig lagert:

Die richtige Lagerung hilft bei der Resteverwertung von Lebensmitteln.

Die richtige Lagerung bewahrt viele Lebensmittel vor der Tonne.

Die Lösung: Resteverwertung von Lebensmitteln

Gegen die Lebensmittelverschwendung hilft natürlich nur eins: Die Resteverwertung von Lebensmitteln. Ich versuche eigentlich immer so zu kochen, dass entweder nichts übrig bleibt oder ich den Rest am nächsten Tag noch essen kann. Dabei ist die richtige Lagerung (Kühlschrank!) natürlich wichtig, denn hier werden die Reste nicht so schnell schlecht wie auf der Herdplatte und bei Zimmertemperatur. Aus Resten können manchmal wunderbare neue Speisen entstehen. Oder was meint ihr wie Pizza, Paella & Co entstanden sind? Vor allem was das Mindesthaltbarkeitsdatum angeht, bin ich viel lockerer geworden: Was gut riecht (oder am besten gar nicht) und schmeckt, kann man auch noch verwerten, Haltbarkeitsdatum hin oder her.

Neulich habe ich einen Bericht über einen Koch gesehen, der aus Speiseresten Gerichte kochte und sie den ahnungslosen Probanden als Gourmet-Menü verkauft – unter anderem kochte er eine Brokkolisuppe nur aus dem Stiel. Gemerkt hat’s natürlich keiner, und nachdem ich es selbst versucht habe muss ich sagen: Lecker!

Es gibt inzwischen viele Seiten, die sich mit der Resteverwertung von Lebensmittel beschäftigen. Es gibt zum Beispiel Seiten, auf denen man seine Speisereste eingeben kann und ein tolles Rezept bekommt, das nicht nur der Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt, sondern auch den Speiseplan bereichert. Solche Rezepte findet ihr zum Beispiel hier:

Rezepte für beste Reste
Restegourmet
Chefkoch

Ich habe keine Ahnung, wie viele meiner Lebensmittel wöchentlich im Müll landen, ich werde es aber auf jeden Fall einmal testen. Fest steht: Die Resteverwertung von Lebensmitteln hat nichts mit Armut oder Knauserigkeit zu tun, sondern ist ein Ausdruck für bewusstes und nachhaltiges Handeln.

3 Kommentare

  1. Hallo Tabitha, das finde ich auch. Aber wenn man einmal anfängt, darauf zu achten, entwickelt man auch ein besseres Bewusstsein dafür, was man braucht und was nicht. Und das Kochen mit Essensresten kann auch ganz schön Spaß machen 🙂

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  2. Ein guter Gedankenanstoss. Das ganze hat ja wieder sehr viel mit Bewusstsein (und dran denken) zu tun. Bei dem ersten Link kann man ja sogar noch Zutaten suchen. Sehr cool!

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  3. Pingback: Paulis Auflösung zur Blog-Parade "Resteverwertung von Lebensmitteln" | Paulis World

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