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Tibetisch kochen für Anfänger: Momos machen in Lhamos Kitchen

Momos bereit zum Kochen

Eigentlich hatte ich vor, in Indien einen indischen Kochkurs zu machen. Ich liebe indisches Essen und wo kann man besser lernen, ein Gericht zu kochen, als an seinem Ursprung?! Doch dann stellte sich schnell heraus, dass Dharamsala im Norden Indiens nicht das „echte“ Indien darstellt. Durch die vielen Exil-Tibeter und nicht zuletzt den Dalai Lama stellt der Ort eher eine kleine Variante von Tibet dar, weswegen er auch Little Lhasa genannt wird. Vor allem Upper Dharamsala oder McLeod Ganj ist geprägt von traditionellen tibetischen Geschäften – und eben Restaurants. So kam ich dann auch ziemlich schnell auf den Geschmack von tibetischem Essen; und allen voran Momos, die von da an zu meinem täglichen Speiseplan gehörten. Momos werden in Dharamsala an jeder Ecke verkauft, an Ständen auf der Straße oder in tibetischen Lokalen. Wer war nochmal dieses indische Essen?

Momo Verkaufer

Momo Verkäuferin Dharamsala

Momos? Was soll das sein?

Momos sind tibetische bzw. nepalesische Teigtaschen und werden traditionell zu Mittag gegessen. Sie sind vergleichbar mit deutschen Maultaschen, italienischen Ravioli oder chinesischen Dumplings und bestehen aus einem nudelähnlichen Teig sowie einer beliebigen Füllung. So können die Teigtaschen wahlweise mit Gemüse, Fleisch oder einer süßen Füllung aus Zucker und Sesam zubereitet werden. Serviert werden Momos mit einer Art Dip, die je nach Restaurant unterschiedlich scharf ausfällt, sowie einem kleinen Beilagensalat. Mein absoluter Favorit sind Momos mit einer Spinat-(Feta)Käse-Pilz- Füllung, wie hier in meinem tibetischen Lieblingsrestaurant, der Lhasa Tibetan Kitchen in Bhagsu:

Momos

Die Kunst des Momo-Machens

Momos schön und gut, aber wie soll man diese kunstvollen Teigtaschen bitte schön selber machen?! Das kann man in einem tibetischen Kochkurs lernen, zum Beispiel bei Lhamos Kitchen in McLeod Ganj. Dort treffen wir uns um 10 Uhr Samstagmorgens mit Lhamo, dem tibetischen Chefkoch, sowie zwei portugiesischen und zwei französischen Travellern. In einem winzigen Raum, der zugleich Küche, Esszimmer und Lhamos Schlafzimmer ist, sollen wir in die Kunst des Momokochens eingeweiht werden.
Das wichtigste an der Zubereitung von Momos ist der Teig. Die Zutaten dafür, Mehl, Wasser und Backpulver, hat Lhamo schon vorbereitet, so dass wir uns sofort daran machen können, den Teig zu kneten. Anschließend muss der Teig eine Weile ruhen.

Momo Nudelholz

Momo Teig rollen

In der Zwischenzeit bereiten wir die Füllungen vor. Auf dem Speiseplan stehen Gemüse-Momos, Spinat-Käse-Momos sowie süße Momos – genau das richtige also für mein vegetarisches Herz. Das Gemüse für die Füllung hat Lhamo bereits klein geschnitten – schade eigentlich, ich hätte gerne ein wenig Gemüse geschnippelt. Wir sollen die verschiedenen Gemüseschnipsel (Karotten, Kraut und Zwiebeln) sowie den Spinat mit dem Käse mischen. Lhamo macht sich daran, den Sesam für unsere süßen Momos zu rösten, der anschließend mit braunem Zucker und Mehl vermischt wird.

Momo Gemüsefüllung

Momo Spinat Füllung

Momo Sesam Füllung

Nachdem der Teig ein wenig geruht hat, beginnt der spaßige Teil: Momos formen. Lhamo rollt den Teig zu einer langen Wurst und schneidet ca. zweifingerbreite Stücke heraus. Diese sollen wir zunächst zu einer Kugel formen, dann plattdrücken und anschließend mit dem Nudelholz zu dünnen, runden Pfannkuchen plätten. Dann zeigt Lhamo uns, wie man aus diesen kleinen Pfannkuchen nun die kunstvollen Momos formt, die man in den umliegenden Restaurants serviert bekommt. Er nimmt einen der Pfannkuchen in die flache Hand, gibt einen Esslöffel Füllung darauf und formt mit flinken Finger eine perfekte Teigtasche. Jetzt sind wir an der Reihe. Was so einfach aussah, stellt sich als ziemlich kompliziert heraus. Geduldig wiederholt Lhamo die Prozedur und zeigt uns nochmal, wie’s geht. Aber es will einfach nicht so richtig klappen und am Ende schauen unsere Momos ein wenig traurig aus neben denen von Lhamo. Aber Übung macht bekanntlich den Meister und Lhamo hatte das Glück, sein Leben lang von seiner Mutter zu lernen, die in Tibet ebenfalls Köchin war. Es gibt also noch Hoffnung für die Karriere als Momo-Köchin.

Momos formen

Momos formen

fertige Momos

Links Lhamos‘ Momo, rechts unser traurig dreinblickendes Momo.

Lhamo zeigt uns drei verschiedene Möglichkeiten, die Momos zu formen, was nicht nur schön aussieht, sondern uns auch ermöglicht unsere drei Sorten voneinander zu unterscheiden. Anschließend kommen die Momos für 15 Minuten in den Dampfgarer und dann kommt der beste Part des ganzen Kochkurses: Das Essen!!!

Momos bereit zum Kochen

Fertige Momos

Essen ist fertig! Mmmhomos!

Lhamo, unser Chefkoch

Lhamo, unser Chefkoch

Lhamos Kitchen

Gut zu wissen:

  • Wenn ihr auch lernen wollt, wie man Momos macht, geht zu Lhamos Kitchen.
  • Der Kochkurs in Lhamos Kitchen dauert eigentlich drei Tage, wir haben allerdings nur den ersten Tag mitgemacht (um zu lernen wie man Momos macht) und das war kein Problem. Für den zweistündigen Kurs haben wir 300 INR gezahlt.
  • Für den Kochkurs ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Entweder ihr tragt euch in die Liste ein, die am Eingang hängt, oder ihr ruft unter der angegebenen Nummer an und macht einen Termin mit Lhamo aus.
  • Momos können entweder gedampfgart, frittiert oder in Suppe serviert werden. Traditionell werden sie mit Fleisch, Gemüse oder einer Mischung aus Sesam und braunen Zucker zubereitet. In Dharamsala findet man aber auch außergewöhnliche Füllungen wie Schokolade oder Banane. Einfach mal ausprobieren!
  • Du hast keine Lust, Momos selber zumachen und möchtest sie einfach nur essen? Dann geh in die Lhasa Tibetan Kitchen in Baghsu oder ins Once in Nature in Dharamcot, und lass es dir schmecken!

 

7 Kommentare

  1. ich würde gerne einenTibetischen Kochkurs in Zürich machen,
    Wo kann ich das und wann?

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  2. Pingback: Raus ins Grüne: Kleiner Kurztrip nach Engelberg - Kleiner Elefant | Reiseblog

  3. Uuuuuh, also erstens klingt das mega lecker und zweitens finde ich Deine Fotos wirklich toll, besonders die ersten beiden.
    Bb ich mich einfach mal so an die Momos rantraue? Lust hätte ich ja schon. 🙂
    Viele Grüße
    /inka
    (PS: Das ist das lustigste Captcha, was ich je gesehen habe :D)

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    • Hallo Inka, vielen Dank! Bei deinen tollen Bildern ist das ein besonders großes Kompliment 🙂 Und das Captcha, tja da konnte ich einfach nicht anders 😀

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  4. Ohh ich LIEBE Momos! Habe die in Nepal ständig gegessen. Einen Kurs hätte ich auch gern mal gemacht, daheim hab ich sie nicht hinbekommen 😉 Dabei hab ich in einem Kloster nähe Kathmandu Mönchen dabei zugesehen, aber das hat wohl nicht gereicht.. Du hast übrigens einen total schönen Blog, hab dich direkt mal in meine Blogroll aufgenommen.
    Werd mal weiter hier stöbern, deine Blogthemen interessieren mich sehr!
    Liebe Grüße,
    Ela

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    • Momos sind wirklich das beste! Ich bin auch mal gespannt, ob ich es so hinbekomme wie die tibetischen Köche. Allerdings brauche ich dafür zunächst einmal einen Dampfgarer – das steht definitiv auf der Anschaffungsliste, wenn der Winter anfängt 🙂

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